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Paid AI Visibility: Wenn Werbung Teil der KI-Antwort wird

3 days ago
5 min read

Google integriert Werbung zunehmend in seine KI-Suche. Gleichzeitig experimentiert OpenAI mit Anzeigen, die direkt in ein Gespräch mit einem Marken-Agenten führen. Für Unternehmen entsteht damit ein neuer Performance-Marketing-Kanal zwischen Search, Beratung und Conversion.


Die Art, wie Menschen online recherchieren, verändert sich grundlegend. Statt einzelne Keywords einzugeben und zehn Webseiten zu vergleichen, stellen Nutzer immer häufiger komplexe Fragen an KI-Systeme.


Google reagiert darauf mit AI Mode und AI Overviews. ChatGPT entwickelt sich parallel von einem reinen Assistenten zu einer Plattform für Produktsuche, Kaufentscheidungen und Werbung.


Für Digital Marketing entsteht daraus ein neuer Bereich:


Paid AI Visibility

Gemeint ist die gezielte bezahlte Präsenz von Unternehmen innerhalb KI-basierter Such-, Empfehlungs- und Entscheidungsprozesse.

Dabei geht es nicht einfach um einen weiteren Werbeplatz. Die Anzeige selbst wird zunehmend Teil der Antwort.


Google Ads: Werbung soll nicht mehr nur erscheinen – sondern antworten

Google testet neue Anzeigenformate direkt innerhalb von AI Mode.

Google beschreibt diese Entwicklung selbst mit einem bemerkenswerten Satz:

«Your brand doesn't just show up – it answers.»


Die neuen Formate werden mit Gemini entwickelt und können direkt in KI-generierte Antworten integriert werden. Sie bleiben als Werbung gekennzeichnet, sollen aber gleichzeitig Informationen liefern, die zur konkreten Fragestellung des Nutzers passen.

Damit verändert sich die Rolle einer Google-Anzeige.


Bisher:

Suchanfrage → Anzeige → Klick → Landingpage

Zunehmend:

komplexe Frage → KI-Antwort → passende Werbung innerhalb des Kontexts → Entscheidung


Google testet dabei unter anderem Conversational Discovery Ads und weitere Formate, bei denen Gemini zusätzliche Informationen zu Produkten oder Dienstleistungen zusammenfasst.


AI Max und Performance Max werden wichtiger

Diese Entwicklung ist eng mit Googles automatisierten Kampagnensystemen verbunden. Google nennt insbesondere AI Max und Performance Max als Grundlage für neue Werbeformate innerhalb von AI Mode.

AI Max entwickelt sich dabei zunehmend zum zentralen KI-Layer für Search-Kampagnen. Seit September werden bestimmte Kampagnen mit Automatically Created Assets und kampagnenweitem Broad Match schrittweise auf AI Max migriert.

Für Werbetreibende verschiebt sich damit der Fokus:

Nicht mehr nur die perfekte Keyword-Liste entscheidet.


Immer wichtiger werden:

  • hochwertige Conversion-Daten

  • starke Landingpages

  • vollständige und aktuelle Assets

  • klar definierte Angebote

  • Smart Bidding

  • strukturierte Unternehmens- und Produktinformationen

  • gute Signale zur tatsächlichen Conversion-Qualität


Google Ads wird damit zunehmend KI-first.


ChatGPT geht noch einen Schritt weiter

OpenAI baut parallel sein eigenes Werbeökosystem auf. Der ChatGPT Ads Manager ist inzwischen auch für Unternehmen mit Sitz in der Schweiz im Self-Service verfügbar.

Mit Kampagnen lassen sich bereits Performance-Daten wie Impressionen, Klicks, CTR und Werbeausgaben überwachen. Der Ads Manager befindet sich weiterhin in der Beta und wird laufend erweitert. Die strategisch vielleicht spannendere Entwicklung ist jedoch ein neues experimentelles Format.


Vom «Click to Website» zum «Click to Chat»

Laut Digiday testet OpenAI mit ausgewählten Werbekunden sogenannte Sponsored Agents. Dabei führt der Klick auf eine Anzeige nicht mehr zwingend auf die Website des Unternehmens. Stattdessen öffnet sich direkt innerhalb von ChatGPT ein Gespräch mit einem KI-Agenten der Marke. Wayfair bestätigt die Teilnahme an diesem Pilotprojekt. Damit könnte sich der klassische digitale Funnel fundamental verändern.


Heute

Anzeige → Website → Information → Conversion

Morgen

Anzeige → KI-Agent → Beratung → Empfehlung → Conversion


Eine Marke könnte damit direkt innerhalb von ChatGPT:

  • Fragen beantworten

  • Produkte erklären

  • Varianten vergleichen

  • Kunden beraten

  • Angebote empfehlen

  • Leads qualifizieren

  • eine Buchung oder einen Kauf vorbereiten

Werbung wird damit zunehmend interaktiv und dialogorientiert.


Was bedeutet das für Schweizer Unternehmen?

Für Schweizer Unternehmen ist diese Entwicklung besonders spannend, weil der ChatGPT Ads Manager bereits verfügbar ist. Gleichzeitig gelten in der Schweiz und im EWR besondere Datenschutzbedingungen: Personalisierte ChatGPT-Anzeigen sind dort zunächst nicht verfügbar. Anzeigen können jedoch weiterhin aufgrund des aktuellen Gesprächskontexts ausgewählt werden. Damit entsteht ein Werbeansatz, der klassischen Search Ads ähnelt:


Die aktuelle Absicht und Fragestellung des Nutzers wird wichtiger als ein historisches Interessenprofil.


Das könnte insbesondere für Unternehmen interessant sein, bei denen Nutzer vor der Conversion viele Fragen haben.


Beispiele:

Tourismus und Hotellerie

Welches Hotel in Zermatt eignet sich für eine Familie mit zwei Kindern und liegt nahe bei den Bergbahnen?

Immobilien

Welche Neubauwohnungen gibt es aktuell im Oberwallis unter CHF 900'000?

Dienstleistungen

Welche Heizlösung eignet sich für ein Einfamilienhaus im Wallis und welche Fördermöglichkeiten gibt es?

In solchen Situationen befindet sich der Nutzer bereits weit innerhalb des Entscheidungsprozesses.

Von GEO zu Paid AI Visibility

Bislang konzentriert sich ein grosser Teil der Diskussion auf GEO – Generative Engine Optimization.

GEO beantwortet die Frage:

Wie wird mein Unternehmen von ChatGPT, Gemini oder Google AI gefunden und empfohlen?

Paid AI Visibility ergänzt die nächste Ebene:

Wie kann mein Unternehmen innerhalb dieser KI-Systeme gezielt bezahlte Sichtbarkeit erreichen?

Aus unserer Sicht entsteht damit ein neues Modell:

SEO

Sichtbarkeit in klassischen Suchresultaten

GEO / AEO

Organische Sichtbarkeit innerhalb von KI-Antworten

Paid AI Visibility

Bezahlte Sichtbarkeit innerhalb von KI-Such- und Entscheidungsprozessen

ACO – Agentic Commerce Optimization

Optimierung für KI-Agenten, die selbstständig vergleichen, auswählen und zukünftig auch kaufen oder buchen können

Paid AI Visibility ist mehr als «ChatGPT Ads»

Ein wichtiger Punkt für Unternehmen und Agenturen:

Paid AI Visibility sollte nicht mit ChatGPT Ads gleichgesetzt werden.

Das Thema ist wesentlich breiter.


Dazu gehören künftig unter anderem:

  • Google Ads innerhalb von AI Mode

  • AI-Max-basierte Search Ads

  • Performance Max

  • ChatGPT Ads

  • Sponsored Agents

  • neue KI-Werbeformate weiterer Plattformen

  • konversationelle Ads

  • Agentic Commerce

  • KI-basierte Lead-Qualifikation


Die entscheidende Kompetenz wird darin liegen, zu verstehen:


Wo findet die KI-gestützte Entscheidung statt – und wie kann eine Marke genau dort relevant präsent sein?


Was Unternehmen jetzt tun sollten

Noch befinden wir uns in einer frühen Phase. Verschiedene Formate sind Tests, Betas oder werden erst schrittweise ausgerollt. Das ist aber gerade der interessante Zeitpunkt.

Unternehmen können jetzt beginnen, Erfahrungen zu sammeln.


Wir empfehlen insbesondere:

1. Conversion Tracking prüfen

Ohne zuverlässige Conversion-Daten können KI-basierte Kampagnen kaum sinnvoll optimiert werden.

2. Google Ads auf AI Max vorbereiten

Search-Kampagnen, Assets, Landingpages und Conversion-Signale sollten überprüft werden.

3. ChatGPT Ads testen

Für geeignete Schweizer Unternehmen besteht bereits die Möglichkeit, erste Kampagnen aufzubauen und Benchmarks zu sammeln.

4. Angebote KI-lesbar machen

Produkte, Dienstleistungen, Preise, Leistungen und Bedingungen müssen eindeutig strukturiert und verständlich sein.

5. Paid AI Visibility messen

Neben CPC, CTR und Conversion Rate werden neue Kennzahlen notwendig werden: beispielsweise Sichtbarkeit innerhalb von KI-Kontexten, qualifizierte Gespräche und Assisted Conversions.


Unsere Einschätzung

Paid AI Visibility steht heute ungefähr dort, wo andere digitale Werbekanäle einmal begonnen haben: Die Infrastruktur entsteht, erste Formate funktionieren bereits und die Regeln werden gerade geschrieben.

Gerade deshalb ist der frühe Einstieg interessant.

«Die entscheidende Veränderung ist nicht, dass KI einen zusätzlichen Werbeplatz schafft. Werbung wird Teil der KI-basierten Beratung und Entscheidungsfindung. Genau daraus entsteht Paid AI Visibility als neue Disziplin im Performance Marketing.» David GunternKI-Marketing-Experte

Für Schweizer Unternehmen eröffnet sich damit die Chance, nicht erst einzusteigen, wenn die neuen Werbeplätze bereits vollständig etabliert und umkämpft sind.

Digital Marketing GmbH beschäftigt sich deshalb frühzeitig mit Paid AI Visibility und verbindet dabei unsere Erfahrung aus Google Ads, Performance Marketing, KI-Sichtbarkeit und Conversion-Messung.

 
 
 

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